STADTRADELN – Erfolgreich

Nach der ersten Teilnahme im Sommer 2019 hatte der Gemeinderat bereits im Winter entschieden, dass die Gemeinde auch 2020 beim STADTRADELN teilnimmt. Das ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob die Teilnehmer bereits jeden Tag fahren oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs sind. Jeder Kilometer zählt – erst recht, wenn er sonst mit dem Auto zurückgelegt worden wäre.

Man kann den Menschen viel über die Vorteile des Radfahrens erzählen, am wirksamsten überzeugt man sie aber, wenn sie für 21 Tage einfach mal selbst aufs Rad steigen.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen, wie viele Menschen von fünf bis 84 Jahren in Seeshaupt bereits mit dem Fahrrad unterwegs sind und dadurch einen Beitrag für ihre Fitness und zum Klimaschutz leisten.

Auch wenn Seeshaupt im Vorjahr schon mal dabei war, die Pandemie veränderte Vieles: Eigentlich für den Sommer geplant, verschob das Landratsamt den Termin in den Herbst. So startete der Wettbewerb mit dem längsten Anlauf, dem spätesten Termin, wesentlich kürzeren Tagen. Erschwerend kam kälteres, regenreicheres Wetter, die Ausführung im ganzen Oberland zur selben Zeit und zusätzlich das Schulradeln hinzu. Und gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungen, die unter diesen Umständen leider nicht zu organisieren waren, schaffen im „Normalfall“ meist auch mehr Radler.

Und trotzdem haben sich 200 Radler*innen angemeldet, 184 Radler*innen fanden auch in den Sattel bzw. haben die durch den großen Andrang überlastete Technik zum Eintragen erfolgreich bezwungen. Zehn der 17 Gemeinderät*innen war es wert, etwas mit dem Fahrrad für sich und dieses zu tun. Insgesamt wetteiferten elf Teams in der Gemeinde. Die 184 Radler*innen traten 32.673 km in die Pedale und sparten dabei rechnerisch im Vergleich zur Autofahrt fünf Tonnen CO2 ein.

Neben dem gesamtgesellschaftlichen Anspruch, CO2 zu sparen, hat das Radeln aber auch einen verkehrsberuhigenden Aspekt innerhalb des Ortes. Getreu dem Motto RADELN LOHNT erhielt daher jeder am Samstag Vormittag beim BahnhofsBäck als Dank für den Einkauf per Rad einen Müsliriegel für die nächste Radlpause gratis dazu.

Wie ein Blick auf die zahlreichen Rückmeldungen (siehe www.stadtradeln.de/seeshaupt) zeigt: Das Rad mit seinen persönlichen und sozialen Vorzügen stand auch dieses Jahr im Mittelpunkt. Und es gab wieder zahlreiche Sieger in unterschiedlichen Kategorien.

Seeshaupt belegt im Oberland mit 10,03 km je Einwohner den ersten Platz. Das absolute Ergebnis von 32.673 km reicht bei den Gemeinden bis 10.000 Einwohner im Landkreis ebenfalls für den ersten Platz. Nur bei den Kilometern der „Parlamentarier“ muss sich der Gemeinderat mit 35,7 km knapp den Kollegen aus Huglfing (36,3 km) geschlagen geben.

Im Ort haben folgende Teams gewonnen:

die Radsportfreunde mit den meisten Kilometern (7676) – 1. Platz der Radsportler
das Kindernest Seeshaupt (7151) – 1. Platz der Kindergärten im ganzen Landkreis und
das Kinderhaus Seeshaupt (2583) mit 42 Teilnehmern errang den 1. Platz in der Rubrik Größtes Team Seeshaupts.

Großartige öffentliche Siegerehrung geht dieses Jahr auch nicht und so haben die Organisatoren von Seeshaupt mobil kurzerhand noch während des Wettbewerbs entschieden, dass alle Teilnehmer in Seeshaupt in diesem Jahr eine STADTRADELN-Mütze erhalten. Diese zeichnet sich neben der wärmenden Funktion durch zahlreiche weitere Qualitäten aus: Wo andere den Stern kleben haben, radelt ein blaues Logo mit dem Schriftzug STADTRADELN auf dem trendigen Beanie aus 95 % Bio-Baumwolle und 5 % Elasthan in grau-melange. In anschmiegsamer Fülle, die auch unter den Helm passt, erfüllt sie den Grünen Knopf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, den Global Organic Textile Standard (GOTS) über die gesamte Produktionskette und ist sogar Fairtrade-zertifiziert. Das gibt Punkte fürs Fairtrade-Konto der Gemeinde!

Und für die drei ersten gibt es:
Den Wanderpokal STADTRADELN (Alu-RAD) für die Radsportfreunde,
den STADTRADELN-Fahrradwimpel für das Kindernest und
das Kinderhaus darf sich auf das Zaunschild „Elterntaxi“ freuen.

Der Koordinator und die Organisatoren des STADTRADELN Seeshaupt sagen DANKE: Der Gemeinde, den Sponsoren und natürlich allen Radler*innen – Bis zum nächsten Mal. – Norbert Hornauer

Dritte Auszeichnung zur Fairtrade-Gemeinde Seeshaupt

Fünf Jahre ist es her, dass ein kleiner Kreis von v.a. Seeshaupterinnen im Rahmen der Dorfentwicklung die Initiative ergriff, sich in unserem Ort für den fairen Handel aber auch für die Stärkung des regionalen Handels einzusetzen. Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 10. November wurde vor allem Sonja Seyfried, der bisherigen Steuerungsgruppenleiterin, ein besonderer Dank für Ihr unermüdliches Engagement ausgesprochen. Dankbar ist das Fairtrade-Team auch ihrem, im vergangenen Juli verstorbenen Mann, Max Hadersbeck, der Ihre Aktivitäten und Veranstaltungen stets tatkräftig im Hintergrund oder auch mit seinen Gstanzln auf der Bühne unterstützt und bereichert hat. Die Leitung der Fairtrade-Steuerungsgruppe haben inzwischen Petra Eberle und Maj Kielgas-Weiss übernommen, die auch das neu ins Leben gerufene Referat „öko und fair“ der Gemeinde bekleiden.

Viele Veranstaltungen zum Thema „Fairer Handel“ haben in den letzten Jahren stattgefunden und v.a. in Schule und Kindergarten ist es zum festen Bestandteil geworden, sich darüber Gedanken zu machen. Für dieses Engagement hat die Gemeinde nun zum dritten Mal die Auszeichnung „Fairtrade Gemeinde“ erhalten. Die Urkunde wurde dem Bürgermeister in diesem Jahr von der Eine-Welt-Promotorin Annika Waymann überreicht, die dafür eigens mit dem öffentlichen Nahverkehr aus Herrsching angereist ist. Zum Ausdruck kam bei der Feierlichkeit, wie wertvoll es in der heutigen Zeit ist, dass bereits unsere Kinder mit einem neuen Verständnis für ihre Zukunft, die Umwelt und ihre Mitmenschen groß werden. Gleichzeitig soll aber das Bewusstsein für globale Zusammenhänge und soziale Fairness sowie der Umweltschutz auch in kommunalen Entscheidungen noch weiter in den Fokus rücken, z.B. bei der kommunalen Beschaffung. Denn Armut in der Welt und Klimakrise lassen sich nur überwinden, wenn jeder einzelne und auch jede Gemeinde als kleinste staatliche Einheit einen Beitrag dazu leistet. Dies möchte das Seeshaupter Fairtrade-Team weiterhin tatkräftig unterstützen.

Foto: Sophia Meyer