Heimat entdecken – Abseits Radeln

Liebe begeisterte Seeshaupter Radler*innen, liebe Heimat-Urlauber*innen, liebe radelnde Gäste

Radfahren in geführten Touren oder Gruppen ist aus Infektionsschutzgründen aktuell nur mit Auflagen möglich. Wir laden daher ein zum Selber-Radeln abseits von unseren Seen und anderen überlaufenen Plätzen. Unsere Vorschläge richten sich neben „Alleinfahrern“, an Paare und an Familien und die möglichen Gruppen. Über die jeweiligen Corona-Regeln muss sich jeder selbst informieren. Und dann kann es auch schon losgehen im schönen Pfaffenwinkel, wo die einen Leben und die anderen Urlaub machen und beide die eigene und die fremde Heimat entschleunigt, auf weniger üblichen Routen entdecken können.

Unser Vorschlag heute: Von Seeshaupt nach Beuerberg und zurück und dabei Burgen, Schlösser, Kunst und Klöster entdecken. Start und Ziel ist der Bahnhof Seeshaupt. Diese Radtour wechselt vom Würmseetal ins Loisachtal und wieder zurück. Es verbindet Badeplätze, Burggräben, Turmhügel, Kunstmeilen, Schlossgräben, alte Eisenbahnlinien, Klöster und jede Menge Bergblicke. Die beschriebe Fahrtrichtung bringt zur rechten Zeit Abwechslung, um bei Forschungsarbeiten im Gelände aus dem Sattel zu steigen. Die Anstiege sind länger, aber flacher. Gegen die Fahrtrichtung wird für Frühaufsteher empfohlen, die in Faistenberg mit Morgensonne und Bergblick Frühstücken wollen und ohne Elektroantrieb den steilen Berg in Eurasburg gegebenenfalls auch schiebend meistern.

Kinderradeln lohnt doppelt

Die Gesundheitsregion plus und das Sachgebiet Gesundheitsförderung und Prävention des Gesundheitsamtes im Landratsamt Weilheim-Schongau führten auch 2020 den Schulradel-Wettbewerb durch – Und aus Seeshaupt konnte Kindernest und Kinderhaus je einen Platz mit Preisgeld erradeln

Nachdem sich der letztjährige Schulradel-Wettbewerb großer Beliebtheit erfreut hat und viele Schulen und sogar Kindergärten im Landkreis daran teilgenommen haben, war das Ziel für das Jahr 2020 einen Schulradel-Wettbewerb und zusätzlich einen Kindergartenradel-Wettbewerb zu veranstalten.

Beide Wettbewerbe konnten trotz erschwerter Bedingungen stattfinden und waren auch in diesem Jahr ein großer Erfolg. Im Zeitraum vom 3. bis 23. Oktober 2020 konnten SchülerInnen, LehrerInnen und Kindergartengruppen zusammen mit der Elternschaft im Rahmen des STADTRADELN mit dem Fahrrad Kilometer sammeln. 657 TeilnehmerInnen sind rund 70.080 Kilometern in 21 Tagen geradelt. Nicht nur sportlich wurde einiges geleistet, sondern auch für die Umwelt. Es wurden zirka 10,3 Tonnen CO2 eingespart.

Insbesondere beim Kindergartenradeln war die Aktion ein toller Anreiz, das obligatorische „Auto-Elterntaxi“ durch das Rad, den Anhänger, den Kindersitz, das Laufrad oder den „Lauf“-Bus zu ersetzen. Auch ist Radfahren fast keine Frage des Alters, denn „Unsere Fünfjährige, mit über 100 eigenen Kilometern, ist schon traurig über das nahende Ende. Sie ist noch nie so viel widerstandslos geradelt – herrlich …“ schwärmt Mama Franziska. Sogar innerfamiliär hat der Wettkampfcharakter von STADTRADELN Schwägerinnen und Schwager angespornt und kreative Radrouten und Radnutzen gestiftet. Und das Familienradlparadies liegt ja quasi vor unsere Haustüre.

Die GewinnerInnen wurden schriftlich informiert und haben ihre Urkunden, Fahrradwimpel und Zaunbanner bereits erhalten. Das Preisgeld soll zur Verbesserung und Unterstützung des „aktiven Schulwegs“, des Ausbaus der Fahrradinfrastruktur der SchülerInnen und Kinder genutzt werden. – Wir freuen uns auf die kreativen Ideen dazu.

STADTRADELN – Erfolgreich

Nach der ersten Teilnahme im Sommer 2019 hatte der Gemeinderat bereits im Winter entschieden, dass die Gemeinde auch 2020 beim STADTRADELN teilnimmt. Das ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob die Teilnehmer bereits jeden Tag fahren oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs sind. Jeder Kilometer zählt – erst recht, wenn er sonst mit dem Auto zurückgelegt worden wäre.

Man kann den Menschen viel über die Vorteile des Radfahrens erzählen, am wirksamsten überzeugt man sie aber, wenn sie für 21 Tage einfach mal selbst aufs Rad steigen.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen, wie viele Menschen von fünf bis 84 Jahren in Seeshaupt bereits mit dem Fahrrad unterwegs sind und dadurch einen Beitrag für ihre Fitness und zum Klimaschutz leisten.

Auch wenn Seeshaupt im Vorjahr schon mal dabei war, die Pandemie veränderte Vieles: Eigentlich für den Sommer geplant, verschob das Landratsamt den Termin in den Herbst. So startete der Wettbewerb mit dem längsten Anlauf, dem spätesten Termin, wesentlich kürzeren Tagen. Erschwerend kam kälteres, regenreicheres Wetter, die Ausführung im ganzen Oberland zur selben Zeit und zusätzlich das Schulradeln hinzu. Und gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungen, die unter diesen Umständen leider nicht zu organisieren waren, schaffen im „Normalfall“ meist auch mehr Radler.

Und trotzdem haben sich 200 Radler*innen angemeldet, 184 Radler*innen fanden auch in den Sattel bzw. haben die durch den großen Andrang überlastete Technik zum Eintragen erfolgreich bezwungen. Zehn der 17 Gemeinderät*innen war es wert, etwas mit dem Fahrrad für sich und dieses zu tun. Insgesamt wetteiferten elf Teams in der Gemeinde. Die 184 Radler*innen traten 32.673 km in die Pedale und sparten dabei rechnerisch im Vergleich zur Autofahrt fünf Tonnen CO2 ein.

Neben dem gesamtgesellschaftlichen Anspruch, CO2 zu sparen, hat das Radeln aber auch einen verkehrsberuhigenden Aspekt innerhalb des Ortes. Getreu dem Motto RADELN LOHNT erhielt daher jeder am Samstag Vormittag beim BahnhofsBäck als Dank für den Einkauf per Rad einen Müsliriegel für die nächste Radlpause gratis dazu.

Wie ein Blick auf die zahlreichen Rückmeldungen (siehe www.stadtradeln.de/seeshaupt) zeigt: Das Rad mit seinen persönlichen und sozialen Vorzügen stand auch dieses Jahr im Mittelpunkt. Und es gab wieder zahlreiche Sieger in unterschiedlichen Kategorien.

Seeshaupt belegt im Oberland mit 10,03 km je Einwohner den ersten Platz. Das absolute Ergebnis von 32.673 km reicht bei den Gemeinden bis 10.000 Einwohner im Landkreis ebenfalls für den ersten Platz. Nur bei den Kilometern der „Parlamentarier“ muss sich der Gemeinderat mit 35,7 km knapp den Kollegen aus Huglfing (36,3 km) geschlagen geben.

Im Ort haben folgende Teams gewonnen:

die Radsportfreunde mit den meisten Kilometern (7676) – 1. Platz der Radsportler
das Kindernest Seeshaupt (7151) – 1. Platz der Kindergärten im ganzen Landkreis und
das Kinderhaus Seeshaupt (2583) mit 42 Teilnehmern errang den 1. Platz in der Rubrik Größtes Team Seeshaupts.

Großartige öffentliche Siegerehrung geht dieses Jahr auch nicht und so haben die Organisatoren von Seeshaupt mobil kurzerhand noch während des Wettbewerbs entschieden, dass alle Teilnehmer in Seeshaupt in diesem Jahr eine STADTRADELN-Mütze erhalten. Diese zeichnet sich neben der wärmenden Funktion durch zahlreiche weitere Qualitäten aus: Wo andere den Stern kleben haben, radelt ein blaues Logo mit dem Schriftzug STADTRADELN auf dem trendigen Beanie aus 95 % Bio-Baumwolle und 5 % Elasthan in grau-melange. In anschmiegsamer Fülle, die auch unter den Helm passt, erfüllt sie den Grünen Knopf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, den Global Organic Textile Standard (GOTS) über die gesamte Produktionskette und ist sogar Fairtrade-zertifiziert. Das gibt Punkte fürs Fairtrade-Konto der Gemeinde!

Und für die drei ersten gibt es:
Den Wanderpokal STADTRADELN (Alu-RAD) für die Radsportfreunde,
den STADTRADELN-Fahrradwimpel für das Kindernest und
das Kinderhaus darf sich auf das Zaunschild „Elterntaxi“ freuen.

Der Koordinator und die Organisatoren des STADTRADELN Seeshaupt sagen DANKE: Der Gemeinde, den Sponsoren und natürlich allen Radler*innen – Bis zum nächsten Mal. – Norbert Hornauer

Dritte Auszeichnung zur Fairtrade-Gemeinde Seeshaupt

Fünf Jahre ist es her, dass ein kleiner Kreis von v.a. Seeshaupterinnen im Rahmen der Dorfentwicklung die Initiative ergriff, sich in unserem Ort für den fairen Handel aber auch für die Stärkung des regionalen Handels einzusetzen. Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 10. November wurde vor allem Sonja Seyfried, der bisherigen Steuerungsgruppenleiterin, ein besonderer Dank für Ihr unermüdliches Engagement ausgesprochen. Dankbar ist das Fairtrade-Team auch ihrem, im vergangenen Juli verstorbenen Mann, Max Hadersbeck, der Ihre Aktivitäten und Veranstaltungen stets tatkräftig im Hintergrund oder auch mit seinen Gstanzln auf der Bühne unterstützt und bereichert hat. Die Leitung der Fairtrade-Steuerungsgruppe haben inzwischen Petra Eberle und Maj Kielgas-Weiss übernommen, die auch das neu ins Leben gerufene Referat „öko und fair“ der Gemeinde bekleiden.

Viele Veranstaltungen zum Thema „Fairer Handel“ haben in den letzten Jahren stattgefunden und v.a. in Schule und Kindergarten ist es zum festen Bestandteil geworden, sich darüber Gedanken zu machen. Für dieses Engagement hat die Gemeinde nun zum dritten Mal die Auszeichnung „Fairtrade Gemeinde“ erhalten. Die Urkunde wurde dem Bürgermeister in diesem Jahr von der Eine-Welt-Promotorin Annika Waymann überreicht, die dafür eigens mit dem öffentlichen Nahverkehr aus Herrsching angereist ist. Zum Ausdruck kam bei der Feierlichkeit, wie wertvoll es in der heutigen Zeit ist, dass bereits unsere Kinder mit einem neuen Verständnis für ihre Zukunft, die Umwelt und ihre Mitmenschen groß werden. Gleichzeitig soll aber das Bewusstsein für globale Zusammenhänge und soziale Fairness sowie der Umweltschutz auch in kommunalen Entscheidungen noch weiter in den Fokus rücken, z.B. bei der kommunalen Beschaffung. Denn Armut in der Welt und Klimakrise lassen sich nur überwinden, wenn jeder einzelne und auch jede Gemeinde als kleinste staatliche Einheit einen Beitrag dazu leistet. Dies möchte das Seeshaupter Fairtrade-Team weiterhin tatkräftig unterstützen.

Foto: Sophia Meyer

RADtour klimaWANDEL

Liebe Radler*innen,

wir laden ein mit dem Rad zum Bergrutsch bei Grafenaschau zu fahren. Die Tour führt auf vertrauten Wegen nach Murnau (Stadtbummel und Verpflegungspause), durchs Murnauer Moos nach Grafenaschau. Dort treffen wir die Radler des ADFC-Tutzing. Im benachbarten Schwaigen rutschte vor fünf bis vier Jahren ein gigantischer Hang aus heiterem Himmel (bzw. nach langem Regen) auf einer Fläche von 60 ha talwärts. Dieses Phänomen, seine Ursachen und Wirkungen erklärt uns die Geologin Dr. Ninon Ballerstädt aus Tutzing.

Weiter geht die Reise durch die Eiszeitlandschaft entlang des Köchels nach Ohlstadt. Von Großweil kann die bisherige Strecke von 53 km durch weitere sieben Kilometer nach Kochel zum Bahnhof und Rückreise mit der Kochelseebahn abgekürzt werden.

Wer noch Schwung hat, fährt über Sindelsdorf, Antdorf und Lauterbach zurück nach Seeshaupt (Gesamt 77 km, 680 m bergauf und bergab, Fahrzeit 5,5 Stunden).

Samstag 19. September 2020
Abfahrt 10 Uhr am Bürgerplatzl Seeshaupt, Hauptstraße 4
Rückkunft gegen 18 Uhr
Anmeldung bei Norbert Hornauer, 08801 915486 n.hornauer@gmx.de

Aufgspuit in Seeshaupt – Abgesagt

Liebe Teilnehmer von »Aufgspuit in Seeshaupt«,

nach einem aktuellen Gespräch mit dem Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Penzberg, dem Bürgermeister Fritz Egold und Herrn Wehner von der Gemeindeverwaltung kamen wir zu dem Schluss, die Veranstaltung »Aufgspuit in Seeshaupt« am 12.09.2020 leider absagen zu müssen.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen und der möglichen Infektionsgefahr wurde und trotz des coronatauglichen Konzepts für diesen Tag von einem Stattfinden der Veranstaltungen abgeraten. Zudem wäre die neue Auflage von mindestens zwei Securitypersonen pro Veranstaltungsort finanziell nicht darstellbar.

Ich möchte mich im Namen vom Projektteam und der Gemeinde für die Begeisterung und das Engagement für das Dorfevent bedanken und hoffe dass keinem bisher große Unkosten entstanden sind.

Möglicherweise kann das Dorffestival an einem anderen Termin nachgeholt werden.

Ich verbleibe mit besten Grüßen und bleiben Sie Gesund.

Mario Drechsler

STADTRADELN: Seeshaupt gewinnt 1. Platz der Neueinsteiger

München | Am 4. November 2019 fand im Verkehrszentrum des Deutschen Museums die bayernweite Abschlussveranstaltung STADTRADELN 2019 der AGFK Bayern (Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen) und des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr statt. In der Kategorie Bester Newcomer mit den meisten Radkilometern pro EinwohnerIn erradelte sich Seeshaupt den 1. Platz.

Voller Stolz blickten sie auf die mehr als einmalige Erdumrundung. „Sieger sind wir dabei alle, haben wir doch uns, dem Nachbarn, der Umwelt, der Gemeinde, der Gemeinschaft, unserem Ego, … einen Dienst erwiesen,“ so Norbert Hornauer, von Seeshaupt mobil, der die Aktion koordinierte.

Und auch 2020 sind die Seeshaupter wieder mit von der Partie. Dann geht es nicht mehr nur um schneller, höher, weiter, sondern die menschenfreundliche Fortbewegung im Dorf rückt in den Mittelpunkt. Treffpunkt ist immer am zweiten Freitag im Monat um 19 Uhr im Bürgerzentrum hinter Cafe Sainerzeit in der Hauptstraße.