fair bio regional radmobil

Genuss-Rad-Tour Wolfratshausen-Seeshaupt

Wolfratshausen ist Fair Trade Stadt – Seeshaupt ist Fair Trade Gemeinde – Da haben sich die Aktiven in beiden Kommunen zusammen mit der FairTrade-Koordinatorin fürs Oberland schon über Jahre getroffen. Und dann wollten sie ihre Kommunen und ihr Anliegen nachhaltig und angenehm verbinden. Heraus kam die Genuss-Radl-Tour Wolfratshausen – Seeshaupt, die auf charmante Weise die effizienteste Bewegung an der frischen Luft (Rad fahren) mit den in der Region, nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien hergestellten Lebensmitteln verbindet. Nach einem Jahr planen, umplanen, probefahren, … ist die Route nun online: www.tourismus.wolfratshausen.de/fair-bio-regional.

Eingeweiht wird sie am 2. Juli im Rahmen von STADTRADELN 2022 – Radeln für ein gutes Klima. Und weil es nicht nur um die Radtour und die Produkte und die Sehenswürdigkeiten an der Strecke geht, sondern auch um das Miteinander, fahren nicht einfach die Wolfratshauser und die Seeshaupter jeweils für sich brav im Kreis. Zur Einweihung flitzen die Seeshaupter mit dem Rad über die Moräne zum Pilchhof und erleben die Tour dann gemeinsam mit den Teilnehmern aus dem Tölzer Land. Gemeinsam entdecken sie dann auch den Weg bis zum Seeshaupter Schaugarten neu und begleiten die Gruppe sicher wieder bis in den Nachbarlandkreis.

Termin: Samstag 2. Juli, Treffpunkt am Bürgerplatz Hauptstraße 4, Abfahrt 9 Uhr, 10:15 Führung am Pilchhof, dann Beuerberg, Faistenberg, Schaugarten, rund 35 km. Weitere Informationen unter www.stadtradeln.de/seeshaupt oder unter https://touren-termine.adfc.de/

Lebenswerte Hauptstraße mit 30 km/h

Seit Jahrzehnten wünschen sich die Seeshaupter*innen eine lebenswerte Dorfstraße mit niedriger Höchstgeschwindigkeit und ohne die schwere Last von schnellem Verkehr auf der Hauptstraße. Doch alle Initiativen von Ortsgestaltungsverein, Dorfentwicklung, Gemeinderäten und vielen engagierten Bürger*innen bissen sich bislang die Zähne aus. Die aktuellen Möglichkeiten im Rahmen der Straßenverkehrsordnung (StVO) und der  Verwaltungvorschriften zur StVO (VwV-StVO) sowie die artikulierten und insgeheimen Vorgaben des bayerischen Innenministers verhindern bislang eine generelle Reduzierung auf der Staatsstraße im Ort. Hier sind die klassichen Möglichkeiten der Gemeinde und der Bürger ausgereizt.

Aber es naht Hoffnung: Im Sommer letzten Jahres haben sieben Städte die Initiative Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten – Eine neue kommunale Initiative für stadtverträglichen Verkehr gegründet. Bis 8. Dezember war die Zahl der unterstützenden Städte und Gemeinden auf 70 angewachsen. Denn viele Städte  und  Gemeinden  in  Deutschland  stehen beim Thema Mobilität und Verkehr vor großen Herausforderungen. Eine stadt- und umweltverträgliche Gestaltung der Mobilität ist Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Kommunen. 

Lebendige, attraktive Kommunen brauchen lebenswerte öffentliche Räume. Gerade die Straßen und Plätze mit ihren vielfältigen Funktionen sind das Aushängeschild, das Gesicht der Städte und Gemeinden. Sie prägen Lebensqualität. Diesen Anspruch mit den Mobilitäts-, Erreichbarkeits- und Teilhabeerfordernissen von Menschen und Wirtschaft zu vereinbaren, ist eine zentrale Aufgabe.

Und so fordert die Inititative: Die Städte und Gemeinden brauchen einen neuen straßenverkehrsrechtlichen Rahmen, der es ihnen ermöglicht, Tempo 30 als verkehrlich, sozial, ökologisch und baukulturell angemessene Höchstgeschwindigkeit dort anzuordnen, wo sie es für sinnvoll erachten – auch für ganze Straßenzüge im Hauptverkehrsstraßennetz und ggf. auch stadtweit als neue Regelhöchstgeschwindigkeit.

Mit dabei sind schon Pullach, Miesbach, Murnau, Wolfratshausen und viele andere kleine, verkehrsgeplagte Gemeinden neben den großen Städten. Und mit dem einstimmigen Beschluss des Seeshaupter Gemeinderats vom 8. Februar 2022 ist die Zahl der Gemeinden auf 84 gestiegen und täglich kommen weitere dazu.

Die Unterstützung ist kostenfrei, an keine weiteren Bedingungen geknüpft und verpflichtet die Gemeinde nicht, zwingend eine Höchstgeschwindigkeit anzuordnen. Die Unterzeichnung dieser Initiative macht trotzdem deutlich, dass es Seeshaupt nach wie vor ernst ist, einen möglichst ruhige, lebenswerten Ortskern zu gestalten. Damit wir auch morgen noch genüsslich vor dem (Eis-)Kaffee sitzen können.

Und auch wenn manche meinen, Papier sei geduldig, so keimt bei den um menschenfreundliche Mobilität Bemühten die Hoffnung Gehör zu finden. Denn die Zeichen stehen gut, meinte der neue Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing am 13. Januar doch so treffend: „Die Kommunen vor Ort wissen am besten, was für ihre Bewohner gut ist.“

Und hier noch zwei Karten von https://www.agora-verkehrswende.de/veroeffentlichungen/kommunen-fuer-tempo-30/

http://lebenswerte-staedte.de/

Bessere Infrastruktur durch Radler

STADTRADELN-APP liefert Verkehrsmengen für bessere Radverkehrsinfrastruktur

Über 1.400 Kommunen in Deutschland erhalten ab sofort Einblick in die Daten ihres lokalen Radverkehrs – wo fahren regelmäßig viele Menschen Rad, wo fließt der Verkehr und wo stockt der Verkehrsfluss. Möglich macht das die digitale Plattform des Forschungsprojektes Movebis, die heute online geht und eine Vielzahl an planerisch relevanten Daten in digitalen Verkehrskarten veranschaulicht.Der bedürfnisorientierte Ausbau der Radinfrastruktur stellt viele Kommunen vor Probleme, da häufig die Datengrundlage fehlt. Bestenfalls stehen vor Ort einige Zählstellen an den Hauptverkehrspunkten –häufig nicht mal das. „Die Ergebnisse des Forschungsprojektes Movebis erlauben es,den Radverkehrsplaner*innen in vielen deutschen Kommunen erstmals einen Blick auf die räumliche Verteilung und das Verhalten ihrer Radfahrer*innen zu werfen und damit wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung zu gewinnen“, sagt der Verkehrsökologe Sven Lißner von der am Projekt beteiligten Technischen Universität Dresden.„Das Interesse bei den Kommunen war von Anfang an enorm“, sagt André Muno vom Städtenetzwerk Klima-Bündnis. Die von ihm geleitete weltgrößte Fahrradkampagne Stadtradeln“ mit inzwischen über einer halben Million Teilnehmenden lieferte die Datengrundlage für das Forschungsprojekt. Die Fahrradfahrten ließen sich dabei mit einer App aufzeichnen und die Tracks wurden anschließend anonymisiert der TU Dresden zur Auswertung übermittelt. Seit 2018 kamen so insgesamt 3,4 Millionen Streckenaufzeichnungen von mehr als 160.000 App-Nutzer*innen zusammen.„Die zur Verarbeitung der Tracks von uns entwickelte Plattform vereint innovative Algorithmen und moderne Visualisierungstechnologien und bringt die Digitalisierung der Radverkehrsplanung auf kommunaler Ebene einen wichtigen Schritt voran“,sagt Philipp Grubitzsch von der Professur für Rechnernetze der TU Dresden.Über die Plattform können Planer*innen zum Beispiel sehen,wo Radelnde wie lange an roten Ampeln stehen oder wo vermeintlich gut ausgebaute Radwege überraschenderweise gemieden werden. „Ein großartiges Resultat, anhand dessen Radinfrastruktur sich nun näher an den tatsächlichen Bedürfnissen der Radfahrenden verbessern lässt“, sagt AndréMuno.

Die Auswertung für Seeshaupt können Sie hier herunterlanden

Heimat entdecken – Abseits Radeln

Liebe begeisterte Seeshaupter Radler*innen, liebe Heimat-Urlauber*innen, liebe radelnde Gäste

Radfahren in geführten Touren oder Gruppen ist aus Infektionsschutzgründen aktuell nur mit Auflagen möglich. Wir laden daher ein zum Selber-Radeln abseits von unseren Seen und anderen überlaufenen Plätzen. Unsere Vorschläge richten sich neben „Alleinfahrern“, an Paare und an Familien und die möglichen Gruppen. Über die jeweiligen Corona-Regeln muss sich jeder selbst informieren. Und dann kann es auch schon losgehen im schönen Pfaffenwinkel, wo die einen Leben und die anderen Urlaub machen und beide die eigene und die fremde Heimat entschleunigt, auf weniger üblichen Routen entdecken können.

Unser Vorschlag heute: Von Seeshaupt nach Beuerberg und zurück und dabei Burgen, Schlösser, Kunst und Klöster entdecken. Start und Ziel ist der Bahnhof Seeshaupt. Diese Radtour wechselt vom Würmseetal ins Loisachtal und wieder zurück. Es verbindet Badeplätze, Burggräben, Turmhügel, Kunstmeilen, Schlossgräben, alte Eisenbahnlinien, Klöster und jede Menge Bergblicke. Die beschriebe Fahrtrichtung bringt zur rechten Zeit Abwechslung, um bei Forschungsarbeiten im Gelände aus dem Sattel zu steigen. Die Anstiege sind länger, aber flacher. Gegen die Fahrtrichtung wird für Frühaufsteher empfohlen, die in Faistenberg mit Morgensonne und Bergblick Frühstücken wollen und ohne Elektroantrieb den steilen Berg in Eurasburg gegebenenfalls auch schiebend meistern.

Viele (Rad-)Wege führen ans Ziel

Ganz im Zeichen menschenfreundlicher Mobilität stand die Gemeinderatssitzung im Mai 2021 in Seeshaupt.

Bürgermeister Fritz Egold informierte über die Planungen des Staatlichen Bauamts Weilheim für einen straßenbegleitenden Radweg von Bernried Richtung Seeshaupt. Dieses interkommunale Projekt kann auch dank kooperativer Grundstückseigentümer*innen bereits in den nächsten Jahren realisiert werden. Und damit dieser Weg nicht im Nirgendwo endet, sollen Alltagsrouten auf Seeshaupter Flur nach Nußberg, Schmitten, Jenhausen und den Hauptort über bestehende und neu auszuweisende Fahrradstraßen angeschlossen werden.

Gleich anschließend berichteten Matthias Fladner (Leiter Dorfentwicklung) und Horst Dehnicke vom Winterprogramm der Dorfentwicklung und der ADFC-Ortsgruppe. Pandemiebedingt trafen sich an drei Sonntagen im Januar 2021 16 Radbegeisterte und planten im virtuellen Raum ihre Wunschradwege in und um Seeshaupt, genannt MAPathon. Erfreulich war die lebhafte Beteiligung, die intensive Auseinandersetzung und am Schluss die Erkenntnis, dass es im Hintergrund (Dorfentwicklungskonzept, Alltagsradroutenkonzept des Landkreises, Förderprogramme) schon zahlreiche Ansätze gibt, an denen zielstrebig weitergearbeitet werden kann, damit aus Wünschen Wirklichkeit wird. Zu diesem Zweck übergaben die beiden Vertreter der Mapathon-Teilnehmenden die Ergebnisse an den Bürgermeister, der die Initiative wohlwollend aufnahm und durch die teilnehmenden Gemeinderäte die Sache in guten Händen weiß.

Gemeinderat Andi Rilk, auch ein Teilnehmer des Mapathon, berichtete, dass er bei diesen Treffen gelernt habe, auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Radlergruppe zu achten, denn Alltagsradler*innen brauchen andere Wegeführungen als Freizeitradler*innen oder sportlich Ambitionierte. Auch die erfahrene Planerin Astrid Eggensberger wies im Gespräch nach der Sitzung darauf hin, dass die Voraussetzung einer nachhaltigen Veränderung des Mobilitätsverhaltens insbesondere die Verbesserung der Radinfrastruktur für Alltagsradler*innen ist. Nur wenn ich sicher, auf direktem Wege, mit möglichst wenig Steigung von zuhause zu meinem Arbeitsplatz komme, steige ich vom Kfz aufs Rad um.

Den verkehrspolitischen Reigen schloss dann der dritte Bürgermeister Armin Mell mit seinem Kurzbericht vom Nahverkehrskonzept des Landkreises Weilheim-schongau. Neben der umweltfreundlichen Nahverkehrsleistung des Radelns könne sich das Referat Verkehr ja zeitnah auch mit den Anforderungen und Angeboten im Rahmen des Öffentlichen Nahverkehrs für Seeshaupt auseinandersetzen.

Mehr zum Wunschradwegenetz im Handout oder der Langfassung – Viel Spaß auf den vielen (Rad-)Wegen.

RAD Test Breiter Wille Weg

Zwei Drittel der Radfahrenden wünschen sich breitere Wege zum Radeln in Seeshaupt

Fahrradklima-Test des ADFC zeigt Probleme beim Radverkehr in Seeshaupt auf

69 Prozent der Radfahrenden finden die Radwege, bzw. den Platz fürs Radl in Seeshaupt zu schmal. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) heute vorgestellt hat. 63 Prozent der Befragten geben zudem an, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) berichtet, dass sie sich auf den fürs Radl vorgesehenen Straßen und Wegen in Seeshaupt unsicher fühlen.

Radeln in Seeshaupt macht mehr Spaß als Stress

Drei Viertel der Radfahrerinnen und Radfahrer (73 Prozent) finden, dass das Radfahren in Seeshaupt Spaß macht. 64 Prozent fühlen sich auf dem Rad als Verkehrsteilnehmer*in akzeptiert. Darüber hinaus sagen 63 Prozent der Radfahrenden, dass in Seeshaupt viel fürs Radfahren geworben wird und ebenso viele fühlen sich als Radler*innen sicher.

Kommt der Wille – Kommt der Weg

Besonders gefreut hat sich Norbert Hornauer, der den Test in Seeshaupt publik gemacht hat, über die zahlreichen individuellen Rückläufe der Umfrage. Schreibt ein*e Teilnehmer*in doch so treffend: „Wir brauchen in unserer Gemeinde, einem ganzjährig attraktiven und beliebtem Fremdenverkehrsort, endlich den ehrlichen politischen Willen, für die Einheimischen, sowie Radfahrer aus Nah und Fern, sichere, bequeme, komfortable Wege fürs Rad im Ort und aus diesem heraus anzulegen. Die immer größere Beliebtheit des Fahrrades als Fortbewegungsmittel in Alltag und Freizeit macht dies zwingend erforderlich.“ Gerne nehmen sich die ADFC-Mitglieder vor Ort und die Protagonisten der Dorfentwicklung unter Leitung von Matthias Fladner der Sache an und sind zuversichtlich auch die Infrastruktur für mehr Miteinander im Verkehr anstoßen zu können.

Hintergrund

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt und umfasst 27 Fragen. Bei der aktuellen Befragung wurden außerdem fünf Zusatzfragen zur Fahrrad-Situation während der Covid-19-Pandemie in den Städten gestellt. Zwischen September und November 2020 konnten Radfahrerinnen und Radfahrer ihre Meinung zum Fahrradklima in ihrer Gemeinde abgeben. 2020 bewerteten 64 Menschen das Fahrradklima in Seeshaupt, deutschlandweit waren es rund 230.000.

Die Ergebnisse für Seeshaupt zeigen noch Aufholbedarf: 61 Prozent fühlen sich gefährdet, wenn sie im Mischverkehr mit Autos fahren müssen und 61 Prozent der Radfahrenden finden, dass die Oberflächen der Radwege in schlechtem Zustand sind.

Mit einer Gesamtbewertung der Radverkehrssituation von 3,65 belegt Seeshaupt deutschlandweit Platz 126 von 418 in der Kategorie kleiner 20.000 Einwohner*innen. Vergleichbare Städte wie Wettringen (1,96), Reken (2,10) und Rutesheim (2,22) schneiden deutlich besser ab. Dennoch ist Seeshaupt die einzige Gemeinde in ganz Bayern, die sich im Vergleich zum Fahrradklima-Test 2018 um 0,38 Noten stark verbessern konnte.

Bundes- und bayernweit bleibt das Fahrradklima weiterhin unbefriedigend und wird von den Befragten im Durchschnitt mit 3,9 bewertet. In Bayern sind 167 Städte und Gemeinden in die Wertung gekommen, deutlich mehr als im Jahr 2018 (86).

Sämtliche Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2020 gibt es auf https://fahrradklima-test.adfc.de/.

Und die Pressekonferenz des ADFC-Landesverbandes gibt es auf youtube: https://www.youtube.com/channel/UC8v-jxy78UUZLxr9fFm5jBA

Fair spielen und fair handeln

Fußballer gewinnen Bälle mit dem gewissen Extra

Bürgermeister Fritz Egold und das Referat Öko und Fair gratulierten in der Gemeinderatssitzung im Februar der Fußballabteilung des FC-Seeshaupt zum Erfolg beim “Fairtrade Fußball-Quiz Bayern 2020”.

Nachdem die Vereinsvertreter erfolgreich alle sieben Fragen bei diesem bayernweiten Quiz beantwortet hatten, konnte die Fairtrade-Gruppe Seeshaupt nun zwei in Pakistan produzierte und fair gehandelte Fußbälle in Matchballqualität an den Vorstand der Abteilung Fußball, Thomas Fetzer, überreichen.

Durch das langjährige Engagement der Gruppe darf Seeshaupt sich seit 2016 offiziell „Fairtrade Gemeinde“ nennen. In der Gemeinderatssitzung im November wurde dieser Titel für weitere zwei Jahre verliehen.

Mit dem “Fairtrade Fußball-Quiz Bayern 2020“ möchte das Eine-Welt-Netzwerk Bayern e.V., der bayerische Dachverband der Eine Welt-Akteure, Fußballvereine in Bayern zum Einsatz von fair gehandelten Fußbällen ermutigen. Die Vereine können damit einen Beitrag leisten gegen Kinderarbeit, für faire Entlohnung der Arbeiterinnen in den

Herstellungsbetrieben und für gerechtere Handelsstrukturen bei Sportartikeln. Gefördert wird die Aktion von der Bayerischen Staatskanzlei, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sowie von den bayerischen (Erz-)Diözesen.

Die Fairtrade-Gruppe Seeshaupt setzt sich seit vielen Jahren für den sozialen und ökologischen Handel ein und freut sich, wenn die Seeshaupter Fußballer voller Überzeugung mit fairen Bällen fair spielen, von der Qualität dieser überzeugt werden können und künftig entsprechend nur noch mit fair gehandelten Bällen spielen. Nachahmer gesucht – auch die anderen Vereine in Seeshaupt und ebenso die Schulen können mit fair gehandelten Bällen fair spielen.

Maj Kielgas-Weiß, Petra Eberle, Referat Öko und Fair mit der Fairtrade-Gruppe Seeshaupt

Fahrradstraße – Was ist das?

Die Tutzinger Straße wird jetzt eine

Im Juli 2020 umrundeten mehrere Ortsgruppen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) den Starnberger See, um Vorzüge und Schwachstellen der sogenannten Fürstenseerunde aufzuspüren. Auch in Seeshaupt wurden sie vom Ersten Bürgermeister und Gemeinderäten auf dem Rad begleitet. Dabei kam die gewaltige Lücke im Radwegenetz vor Ort zur Sprache und Bürgermeister Fritz Egold deutete an, dass in der kürzlich an die Gemeinde übergebenen Tutzinger Straße nun mehr Sicherheit und Komfort für Radler möglich sei.

Nach zahlreichen Vorgesprächen präsentierte Andrea Wittkuhn vom Ordnungsamt der Gemeinde dem Referat Verkehr im Herbst die Idee Fahrradstraße. Für gut befunden beschloss dann im November der Gemeinderat die Tutzinger Straße von der Weilheimer Straße bis zum Abzweig nach Schloss Seeseiten in eine Fahrradstraße umzuwidmen und Kraftfahrzeuge und Krafträder mit berechtigten Anliegen nach wie vor einfahren zu lassen. Rechtzeitig vor der neuen Radlsaison wird der Bauhof jetzt die neuen Schilder montieren.

Aber was ist eine Fahrradstraße?

Eine Fahrradstraße ist eine ausdrücklich für Radfahrer*innen vorgesehene Straße. Hier haben sie Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Andere Fahrzeuge dürfen die Straße benutzen, wenn sie laut Zusatzschild zugelassen sind. Autos und Motorräder müssen sich dem Tempo des Radverkehrs anpassen. Als Höchstgeschwindigkeit gilt Tempo 30. Radfahrer dürfen weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müssen Autofahrer die Geschwindigkeit weiter verringern.

Was dürfen Radfahrer*innen?

Sie dürfen nebeneinander fahren – das ist ausdrücklich erlaubt. Den Fußgängern gehören die Gehwege. Radelnde Kinder unter acht Jahren müssen auch in einer Fahrradstraße auf dem Gehweg fahren. Ihre erwachsenen Begleiter*innen dürfen diesen dann auch nutzen. Es gilt rechts vor links, wenn nichts anderes angeordnet ist.

Und die anderen Verkehrsteilnehmer*innen?

Zusätzliche Schilder, wie zum Beispiel „Anlieger frei“ oder „Pkw frei“, erlauben, die Straße zu befahren und die Parkplätze zu nutzen, aber Radfahrer haben Priorität. Ein Ziel ist auch, den motorisierten Durchgangsverkehr auf passendere Straßen zu lenken. Autos und Motorräder dürfen Radfahrer überholen, wenn ein Sicherheitsabstand von 1,50 Metern eingehalten werden kann. Bei fünf Meter Fahrbahnbreite können Autos Einzelradler auf der Gegenfahrspur überholen, wenn eine ausreichend lange Sicht gegeben ist und ohne Gegenverkehr. Die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h ist beim Überholvorgang und der Überholdauer zu berücksichtigen.

Gute Gründe für mehr Fahrradstraßen:

Lebensqualität – Fahrradstraßen sind leiser und gesünder. Weniger Lärm und Abgase bedeuten bessere Luft für alle und einen höheren Wohnwert in der Umgebung und mehr Genuss im Biergarten.

Sicherheit – Fahrradstraßen sind für die Radler*innen sicherer. Autos dürfen hier nur langsam und mit besonderer Rücksicht fahren. Und Radler*innen bleiben lieber auf der bequemen Straße und drängen sich sich nicht auf Gehwege oder Promenaden.

Entschleunigung – In Fahrradstraßen lässt es sich entspannter radeln, man darf sogar nebeneinander fahren.

Wertschätzung – Fahrradstraßen motivieren. Sie zeigen Radfahrer*innen, dass sie als Verkehrsteilnehmer anerkannt und wertgeschätzt werden.

Die erste Seehaupter Fahrradstraße kanalisiert den Freizeitradverkehr in Seeshaupt und ist ein guter Anfang die Radweglücken um den Fürstensee zu schließen. Sie gibt dem umweltverträglicheren Radverkehr deutlich Vorrang und setzt ein sichtbares Zeichen im Fahrrad-Netz für den Ort.

Fahrradstraßen – Für ein neues, sicheres Miteinander im Verkehr